Archiv der Kategorie 'critique'

Vortrag: „Der Wille zur Ausgrenzung“ in BG

zur Debatte um Thilo Sarrazin

Die in den letzten Wochen durch die in Spiegel und Bild veröffentlichen Auszüge aus dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin entbrannte Debatte über Migration in Deutschland offenbart erneut die rassistischen und islamophoben Vorurteile der deutschen Mehrheitsbevölkerung.
Gleichzeitig fördert Sarrazin mit seinen Auslassungen gegen Arbeitlose und andere „Unproduktive“ eine Diskussion, in der eine noch stärkere Ausbeutung der Lohnarbeit wieder offen gewünscht wird.
Das sich, laut einer Emnid-Umfrage, fast jede_r fünfte Deutsche vorstellen könnte, eine „Sarrazin-Partei“ zu wählen, macht unserer Meinung eine linksradikale Intervention umso notwendiger.

Vortrag und Diskussion zur Debatte um Thilo Sarrazin.
Donnerstag, den 23. September 2010
18:00 | Q1, Bergisch Gladbach

Veranstaltet von der Gruppe conflict.

Veranstaltungsreihe zu Krise und Nationalismus

In der Krise wurden die unterschiedlichen nationalökonomischen Leistungsfähigkeiten der Staaten offensichtlich. Viele Staaten gerieten durch kostspielige Steuerungsversuche in neue Abhängigkeit von Bürgenden und Gläubigerstaaten. Doch selbst die Staaten, die ihre ordnungspolitischen Wünsche durchsetzen konnten, bewegen sich in einem Widerspruch: Die Krise soll »bewältigt« werden, doch die Rückkehr auf einen kapitalistischen »Wachstumskurs« ist zugleich die Rückkehr zur krisenträchtigen Standortkonkurrenz. Die vermeintliche Ohnmacht gegenüber den eigenen gesellschaftlichen Verhältnissen verschweißt das nationale Kollektiv ideologisch zur Schicksalsgemeinschaft. In unserer Veranstaltungsreihe »Krise und Nationalismus« wollen wir die ökonomischen und ideologischen Verwerfungen in der Krise analysieren.

Lehren aus zwei Jahren Weltwirtschaftskrise- Finanzkapital, Staatsschulden & Eurokrise
mit Magarete Wirth (Uni Bremen, Gegenstandpunkt)
03. August, 19:30 Uhr, Naturfreundehaus Köln-Kalk (Kapellenstr 9a.)

Griechische Zustände und deutsche Misere
Jimmy Boyle (Berlin) & Antifa AK Köln
30. August, 19:30 Uhr, Autonomes Zentrum Köln (Wiesbergstr 44., Haltestelle Kalk- Kapelle)

Deutschland grenzenlos? – Nationalismustaumel in Krisenzeiten
Rainer Trampert (Publizist), TOP B3RLIN, associazione delle talpe
25. September, 19:30 Uhr, Alte Feuerwache (Melchiorstr. 3, Nähe Ebertplatz)

Kapitalismus Kaputt?
Tomasz Konicz (Autor bei Lunapark 21, Krisis)
20. November, 17 Uhr, Naturfreundehaus Köln-Kalk (Kapellenstr. 9a)

Ankündigungstexte und weitere Informationen: http://www.krisennationalismus.blogsport.de/

Seminar zur Staatskritik

»Wie hältst Du es mit dem Staat?«
Seminar zur Staatskritik

7. – 8. Mai 2010 | Autonomes Zentrum Köln | Wiersberger Straße 44

Programmablauf und weitere Infos beim Antifa AK Köln

Ankündigungstext:

In der Krise fällt Medien und Politik die Frage nach dem Gesellschaftssystem wie Schuppen von den Augen. Der Schreck über die eingetretene mysteriöse Katastophe names Krise lässt die Jahrzehnte der Normalität und des “Wohlstand” in neuem Licht erscheinen. Die Zeit der Moralapostel ist gekommen und eifrig werden Verantwortungslosigkeit und Profitgier einzelner Manager an den Pranger gestellt, der “anstregungslose Wohlstand” aus dem Pennymarkt als die Übel dingfest gemacht und das Loblied auf Leistung, Arbeit und nationalen Wohl der Gemeinschaft gesungen. Derweil ändern sich die Spielregel auf den Märkten der Welt nicht, weiter wird unter der Regie des Kaptial gearbeitet und Waren prouziert, weiter werden Waren gegen Geld getauscht und dadruch das Kapital verwertet. In der Krise gelten dieselben Regeln wie zuvor, es macht sich die “normale Notwendigkeit” weiterhin geltend. (mehr…)

Rechtspopulismus in NRW

Rechtspopulismus, „Islamkritik“ und die „Pro-Bewegung“ in NRW

Vortrag & Diskussion mit dem Antifa AK Köln

Abendland in Christenhand“ verkündet Pro NRW im Landtagswahlkampf und inszeniert sich als die „Anti-Islam-Partei“ in Deutschland. Der von Pro NRW im Namen einer vermeintlichen „Islamkritik“ betriebene Rassismus muss im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Integration, Religion und Islamismus betrachtet werden – xenophobe Ressentiments sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Als die „Heimatpartei“ verkündet pro NRW in der Wirtschaftskrise ihren nationalistischen Wahn vom „Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit“ durch Forderungen nach „Schließung des Börsen-Casinos“ und dem „Schutz vor Billig-Konkurrenz aus dem Ausland“.

Der Ruf nach dem „starken Staat“ bzw. nach einer „Rückkehr der Politik“ sind dabei längst hegemonialer Diskurs und verweisen auf die autoritäre Formierung der Gesellschaft in den letzten Jahren. Der Rechtspopulismus als aufstrebendes politisches Merkmal im Postfordismus kann jedoch nur vor dem Hintergrund der Desintegration größerer Teile der Bevölkerung aus den bürgerlichen Ordnungen analysiert werden.

Der Vortrag des Antifa AK Köln versucht anhand von Kontinuität und Brüchen in der Entwicklungsgeschichte der Pro-Bewegung den Blick auf den gesellschaftlichen Kontext und die Einbettung des Rechtspopulismus in allgemeine politische Diskurse zu lenken.

Montag, 03. Mai, 19:30 Uhr
Mevissensaal
Claudiusstraße 1
FH Köln / Südstadt

Antisemitismus endlich vor die Tür weisen!

Das Antifa Infoportal dokumentiert an folgender Stelle einen offenen Brief von antifaschistischen Gruppen aus Köln an die Alte Feuerwache:

Antisemitismus endlich vor die Tür weisen!
Ein Offener Brief an das Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln e.V

Wir Freundinnen und Freunde sowie NutzerInnen der Alten Feuerwache wenden uns mit diesem offenen Brief an den Vorstand des Vereins um eine sofortige Einstellung der Unterstützung des sogenannten „Klage-Mauer Projektes“ von Walter Herrman zu erreichen. Die Kritik am Antisemitismus der sogenannten Kölner Klagemauer ist nicht neu. Immer wieder sind in den letzten Jahren Gruppen und Einzelpersonen auch an
die Alte Feuerwache herangetreten und baten darum die Unterstützung einzustellen. Seit Jahren bedient Walter Herrman antisemitische Klischees im Namen einer obskuren „Israelkritik“. Die notwendige Kritik an der sozialen Misere in Deutschland, an der Wohnungsnot und der sich verschärfenden Repression des Staates gegen sozial ausgegrenzte Menschen fand auf der „Klagemauer“ zunehmend kein Gehöhr mehr. (mehr…)